Öffnungszeiten Gedenkort Pandemie

Während eines bewegenden Bittgottesdienstes am Aschermittwoch wurde unter Anwesenheit von Superintendentin Dr. Gabriele Metzner, Krankenhausseelsorgerin Pfarrerin Susanne Fischer-Kremer, Oberbürgermeister Torsten Zugehör und dem stellvertretenden Landrat Dr. Jörg Hartmann ein besonderer Gedenkort eröffnet: ein Gedenkort Pandemie in der Westhalle der Stadtkirche Wittenberg. Die Eröffnungsworte können auf der Internetseite der Stadtkirchengemeinde Wittenberg (www.stadtkirchengemeinde-wittenberg.de) unter „PredigtHörbar“ als Audiodatei nachgehört werden. Der würdevolle Raum der Westhalle der Stadtkirche Wittenberg lädt dazu ein, eine Kerze zu entzünden für einen erkrankten oder verstorbenen Menschen, ... Weiterlesen

Offene Stadtkirche

Es ist wichtig, die Kräfte der eigenen Seele zu stärken. Es ist wichtig, für das Wohlergehen der Stadt und ihrer Bewohner zu bitten und zu beten. Die Glocken der Stadtkirche läuten wie gewohnt und laden zum persönlichen Innehalten ein – so zum Beispiel täglich um 12 Uhr und um 18 Uhr. Die Stadtkirche ist von Dienstag bis Samstag in der Zeit von 11 Uhr bis 16 Uhr und am Sonntag von 12 Uhr bis 16 Uhr für Einzelpersonen zum ... Weiterlesen

„Neues Glas, neues Licht, neuer Anfang“

„Neues Glas, neues Licht, neuer Zugang“ ist der Titel einer Broschüre, die jetzt von der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Wittenberg herausgegeben wurde und die sich mit den von Christine Triebsch gestalteten Fenstern im Südportal der Stadtkirche beschäftigt. Eingeweiht wurden diese bekanntlich zum Reformationstag 2017. Anlässlich der Präsentation der Broschüre am Donnerstagvormittag erinnerten der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates Jörg Bielig und Stadtkirchenpfarrer Johannes Block allerdings auch noch einmal an die Genese des Projektes.
„Ich habe nach den Sternen gegriffen“, sagte Bielig da über die ... Weiterlesen

„Neues Glas, neues Licht, neuer Anfang“

„Neues Glas, neues Licht, neuer Zugang“ ist der Titel einer Broschüre, die jetzt von der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Wittenberg herausgegeben wurde und die sich mit den von Christine Triebsch gestalteten Fenstern im Südportal der Stadtkirche beschäftigt. Eingeweiht wurden diese bekanntlich zum Reformationstag 2017. Anlässlich der Präsentation der Broschüre am Donnerstagvormittag erinnerten der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates Jörg Bielig und Stadtkirchenpfarrer Johannes Block allerdings auch noch einmal an die Genese des Projektes.
„Ich habe nach den Sternen gegriffen“, sagte Bielig da über die Anfänge und erzählte, dass er, als es darum ging, Künstler für die Gestaltung der Glasfenster zu gewinnen, auch Gerhard Richter angeschrieben hatte. Der gilt als teuerster lebender Künstler, bei Sotheby’s etwa werden seine Gemälde für atemberaubende Millionenbeträge versteigert. Aber fragen kann man ja mal. Es gab eine Absage, okay, doch eine hübsche Anekdote ist das allemal.

Die Neugestaltung der Portalfenster kann nur im Zusammenhang mit der jüngsten Generalsanierung der 1439 geweihten Stadtkirche gesehen werden. Von Anfang an sei klar gewesen, dass die Gemeinde dem Unesco- Welterbe „einen Fingerzeig unserer heutigen Generation“ hinzufügen wollte. So ähnlich habe es Block einmal formuliert und so: „Ein Fingerabdruck unserer Zeit nach 500 Jahren Reformation“, steht es jetzt über seinem und Bieligs Vorwort in der Broschüre.

Die Reformation beziehungsweise ihre Wirkung spielt auch in den Fenstern von Triebsch eine Rolle. Einerseits sei der künstlerische Zugang zwar ein architektonischer, denn es galt, die Umgebungsstrukturen zu berücksichtigen und mit aufzunehmen. Andererseits sollen die konzentrischen Kreise die Wellenbewegung der Reformation und ihre Ausbreitung symbolisieren sowie die Gegenbewegungen, die es ja auch gab.

Zum Verständnis hinsichtlich etwa der Aufgabenstellung, aber auch im Blick auf Form und Symbolik trägt ein Beitrag in der Broschüre bei, der von Holger Brülls vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen- Anhalt stammt und den dieser zur Einweihung der Fenster am 31. Oktober 2017 in abgewandelter Form gehalten habe. Brülls hebt die unverwechselbare visuelle Tonart hervor, durch die sich die Wittenberger Fenster von Triebsch auszeichnen: „Als Kunstwerke sind sie leise und zugleich prächtig. Diese Gleichzeitigkeit ist ein großartiges Paradox. Wenn die neuen Fenster unaufdringlich wirken, dann nur deshalb, weil der künstlerische Gedankenaufwand des Entwurfs und die Raffinesse der Ausführung hoch sind“, so Brülls.
Mit einem eigenen Beitrag vertreten ist Triebsch selbst. Die Professorin für Glas an der Halleschen Kunsthochschule Burg Giebichenstein beschränkt sich nicht auf eine Beschreibung der innovativen Technik, in denen das Glas zu reliefartig strukturierten Segmenten verformt wurde.

Triebsch erläutert zudem ihre Arbeit, sie erklärt historische Zusammenhänge, die symbolträchtige Art von Farb- und Lichtwirkung, das Göttliche, das in der Vergoldung aufscheint und auch, wie die „konsequent gegenstandsfreie Gestaltung“ der neuen Fenster vielfältige Interpretationsmöglichkeiten eröffnet.

Ergänzt werden die Hauptbeiträge um Projektdaten und Infos zur denkmalpflegerischen, planerischen und kuratorischen Begleitung. Vor allem trägt die üppig illustrierte Broschüre zum Verständnis der Fenster und ihrer Botschaften bei. (mz)

Herausgegeben von der Ev. Stadtkirchengemeinde Wittenberg
Mit Texten von Dr. Holger Brülls und Prof. Christine Triebsch
Lutherstadt Wittenberg 2018
Format 21 x 24 cm, 36 Seiten, 35 Abbildungen
Preis: 5 Euro

Verkauf: Stadtkircheninformation (während der Öffnungszeiten), Stadtkirche Wittenberg, Kirchplatz, 06886 Lutherstadt Wittenberg

Bestelladresse und Rezensionsexemplare: Evangelische Stadtkirchengemeinde Wittenberg, Jüdenstraße 36, 06886 Lutherstadt Wittenberg, 03491 6283-0, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (Versand mit Rechnung zum angegebenen Preis plus Versandkosten)
Bilder vom Einbau der Glasfenster finden Sie im >> Pressepool

Generalsanierung 2017

Aktuelles

Öffnungszeiten Gedenkort Pandemie

Während eines bewegenden Bittgottesdienstes am Aschermittwoch wurde unter Anwesenheit von Superintendentin Dr. Gabriele Metzner, Krankenhausseelsorgerin Pfarrerin Susanne Fischer-Kremer, Oberbürgermeister Torsten Zugehör und dem stellvertretenden Landrat Dr. Jörg Hartmann ein besonderer Gedenkort eröffnet: ein Gedenkort Pandemie in der Westhalle der Stadtkirche Wittenberg. Die Eröffnungsworte können auf der Internetseite der Stadtkirchengemeinde Wittenberg (www.stadtkirchengemeinde-wittenberg.de) unter „PredigtHörbar“ als Audiodatei nachgehört werden.

Der würdevolle Raum der Westhalle der Stadtkirche Wittenberg lädt dazu ein, eine Kerze zu entzünden für einen erkrankten oder verstorbenen Menschen, für einen Menschen in besonderer Not oder Sorge, für das eigene Innhalten und Gedenken. Wer möchte, kann ein Bild oder einen Text neben einer Kerze platzieren. Viele Menschen suchen während der Pandemie einen Ort, an dem man die eigene Sorge oder Freude öffentlich ausdrücken kann. Ein öffentlicher Gedenkort vernetzt die einzelnen Schicksale, so dass man sich mit anderen Menschen in Sorge oder Freude verbunden fühlt.

Der Gedenkort Pandemie ist während der Öffnungszeiten der Stadtkirche Wittenberg frei zugänglich und offen für alle. Jeder ist willkommen.