22.03.2026
Jakob und das Theater aus der Truhe
Am 22. März begeisterte Gernot Hildebrand Jung und Alt im Familiengottesdienst der Stadtkirchengemeinde mit seinem "Theater aus der Truhe".
Theater aus der Truhe? Ja, tatsächlich, das gibt es. Und im Familiengottesdienst war es zu erleben. Gernot Hildebrand aus Northeim erzählte mit seinen Marionetten die Geschichte von Jakob, der am Ende der Geschichte von Gott dann den Namen Israel bekommt. Und ja, er ist der Vater der 12 Jungen, nach denen dann später die 12 Stämme des Volkes Israel benannt wurden. Er ist der Sohn von Isaak und der Enkel von Abraham, den "Erzvätern" des Volkes Israel.
Kinder und Erwachsene lauschten gebannt und gespannt den Worten Hildebrands und folgten mit den Augen dem Spiel der Marionetten im "Theater aus der Truhe" - einem komplett eingerichteten Theaterhaus mit allerhand Raffinessen. Jakob hatte einen Bruder, Esau. Und dem kauft er mit einem Linsengericht erst einmal das Recht des erstgeborenen Sohnes ab (1. Mose 25,19-34). Dann holt er sich mit einer List den Segen seines Vaters Isaak. Esau ist danach wahrlich nicht gut zu sprechen auf ihn, so dass Jakob zu seiner Verwandtschaft flieht, die aber sehr weit weg wohnt (1. Mose 27,41-45).
Unterwegs schläft Jakob auf freiem Feld und sieht eine Leiter, die bis in den Himmel hineinragt. In diesem Traum verspricht Gott, ihn zu segnen und zu behüten (1. Mose 28,10-22).
Beim Bruder seiner Mutter Rebekka angekommen, verliebt er sich in Rahel, die Tochter Labans. Sieben Jahre arbeitet er für Laban, damit er Rahel heiraten darf. Laban aber überlistet nun den schlauen Jakob und verheiratet ihn erst einmal mit der älteren Tochter, Lea. Für weitere sieben Jahre Arbeit darf Jakob dann auch Rahel heiraten (1. Mose 29,1-30). Damals galten andere Regeln. Und kompliziert blieb es auch.
Nach vielen Jahren sagt Gott selbst, dass er nun zurückkehren soll in seine Heimat. Jakob packt alles zusammen, was ihm gehört. Seine Frauen und seine Kinder sind bei ihm, viele Mägde und Knechte und eine Menge Tiere. Kurz bevor Jakob in der Heimat ankommt und seinem Bruder Esau begegnet, wird er im Morgengrauen von einem Fremden überfallen. Sie kämpfen lange miteinander. Jakob krallt sich fest und will unbedingt von dem Fremden gesegnet werden. Wie sich herausstellt, ist es wohl Gott selbst, der mit ihm gekämpft hat. Und der segnet Jakob und gibt ihm seinen neuen Namen: Israel (1. Mose 32,23-33).
So hat sich Jakob im Lauf seines Lebens den Segen erkauft, erschlichen, erarbeitet und erkämpft. Und trotz aller schrägen Momente in der Geschichte ist Gott von Anfang an bei ihm und bleibt bei ihm und segnet ihn. Was das bedeutet, hat Jakob im Lauf der vielen Jahre gelernt: Gott ist treu und sein Segen ist großartig.
Das sangen dann auch die Kinder des Spatzenchores, die unter der Leitung von Kantor Christoph Hagemann den Gottesdienst eröffnet und beendet haben: "Gott, dein guter Segen ist wie ein großes Zelt". Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle eingeladen in den Katharinensaal zum gemeinsamen Mittagessen. Denn so eine spannende Geschichte macht auch sehr hungrig, selbst wenn man nur zuhört.